Destilliert aus purem Licht.
Newman, Rothko, Kelly, Malewitsch: alles Namen von Malern, an die wir denken, wenn wir uns die Arbeiten der Fotografin Christiane Richter anschauen. Und eigentlich ist das nicht verwunderlich, denn sie begann ihre Laufbahn als Malerin. Noch heute macht sie Aquarelle; Flächen in hauptsächlich primären Farben, die jetzt auch in ihrer Ausstellung in der Galerie „Priveekollektie“ zu sehen sind.
Wofür Richter allerdings seit den 80er Jahren vorallem bekannt ist, das ist ihre Fotografie. Diese ist in der Form und von der Idee her mit ihrer Malerei verwandt, wirkt aber viel außergewönlicher.
Was auch von anderen Fotografen behauptet wird, tut Richter wirklich: sie malt mit Licht. Sie verwendet weißes Licht, das durch Filter fällt und durch das Objektiv einer relativ einfachen Pentax Kamera fließt, um dann in Kombination mit Negativ und Chemikalien zu einer Magie zu verschmelzen. Vierecke und Rechtecke in intensivem Rot, warmes Gelb, sattes Blau, unwirkliches Lila – alles aus Licht destilliert. Manchmal laufen die Ränder etwas ineinander über und sehen dadurch aus wie statische Decken. Wie Richter dies gelingt, weiß niemand.
Es ist genau das, was Konstruktivist Moholy-Nagy „pures Lichtdesign“ nannte. Richter wurde schon öfter mit dem Konkretismus der 30er Jahre in Verbindung gebracht, zu dem auch „De Stijl“ gezählt wurde. Ihre abstrakten Arbeiten zeigen Wahrnehmungen in kargster Form, sie verweisen auf nichts Anderes als auf sich selbst. Dies brachte ihr denn auch früh das Prädikat „ Pionier der Non-Objektiven-Farbfotografie“ ein.
Aber Richter hat ihren Focus inzwischen verlegt. Obwohl die meisten Künstler ihren Weg umgekehrt zurücklegen, ist sie von der Abstarktion immer mehr in Richtung Figuration gelangt. In den neueren Arbeiten tauchen Farne, Gräser und Feldblumen auf. Und gotische Kirchen. Durch doppelte Beleuchtung sind sie über die Farbflächen gelegt. Puristen würden sagen, dass Richter sich untreu geworden ist. Dass sie in ihrer ansonsten so zerebralen Kunst jetzt dekorative Elemente zulässt. Diese Umkehr zum Figurativen ist neben dem esthetischen Effekt auch aus Richters künstlerischem Können zu erklären. Es geht noch immer einzig und allein um die Wahrnehmung. Es ist nur eine extra Dimension hinzugekommen, eine erzählende Dimension, die zugibt, dass sich die Wahrheit nicht nur in der Theorie verbirgt, sondern vielleicht auch in Natur und Religion anwesend ist.
Christiane Richter
Bis zum 5. April 2009 in Galerie „Priveekollektie“
Heusden (Maas) Niederlande
Info: (0031) 0416-663234 oder www.priveekollektie.com
Preisindikation: € 850.- bis 8500,-
“Het Financiële Dagblad”, Samstag, den 14. März 2009
Newman, Rothko, Kelly, Malewitsch: alles Namen von Malern, an die wir denken, wenn wir uns die Arbeiten der Fotografin Christiane Richter anschauen. Und eigentlich ist das nicht verwunderlich, denn sie begann ihre Laufbahn als Malerin. Noch heute macht sie Aquarelle; Flächen in hauptsächlich primären Farben, die jetzt auch in ihrer Ausstellung in der Galerie „Priveekollektie“ zu sehen sind.
Wofür Richter allerdings seit den 80er Jahren vorallem bekannt ist, das ist ihre Fotografie. Diese ist in der Form und von der Idee her mit ihrer Malerei verwandt, wirkt aber viel außergewönlicher.
Was auch von anderen Fotografen behauptet wird, tut Richter wirklich: sie malt mit Licht. Sie verwendet weißes Licht, das durch Filter fällt und durch das Objektiv einer relativ einfachen Pentax Kamera fließt, um dann in Kombination mit Negativ und Chemikalien zu einer Magie zu verschmelzen. Vierecke und Rechtecke in intensivem Rot, warmes Gelb, sattes Blau, unwirkliches Lila – alles aus Licht destilliert. Manchmal laufen die Ränder etwas ineinander über und sehen dadurch aus wie statische Decken. Wie Richter dies gelingt, weiß niemand.
Es ist genau das, was Konstruktivist Moholy-Nagy „pures Lichtdesign“ nannte. Richter wurde schon öfter mit dem Konkretismus der 30er Jahre in Verbindung gebracht, zu dem auch „De Stijl“ gezählt wurde. Ihre abstrakten Arbeiten zeigen Wahrnehmungen in kargster Form, sie verweisen auf nichts Anderes als auf sich selbst. Dies brachte ihr denn auch früh das Prädikat „ Pionier der Non-Objektiven-Farbfotografie“ ein.
Aber Richter hat ihren Focus inzwischen verlegt. Obwohl die meisten Künstler ihren Weg umgekehrt zurücklegen, ist sie von der Abstarktion immer mehr in Richtung Figuration gelangt. In den neueren Arbeiten tauchen Farne, Gräser und Feldblumen auf. Und gotische Kirchen. Durch doppelte Beleuchtung sind sie über die Farbflächen gelegt. Puristen würden sagen, dass Richter sich untreu geworden ist. Dass sie in ihrer ansonsten so zerebralen Kunst jetzt dekorative Elemente zulässt. Diese Umkehr zum Figurativen ist neben dem esthetischen Effekt auch aus Richters künstlerischem Können zu erklären. Es geht noch immer einzig und allein um die Wahrnehmung. Es ist nur eine extra Dimension hinzugekommen, eine erzählende Dimension, die zugibt, dass sich die Wahrheit nicht nur in der Theorie verbirgt, sondern vielleicht auch in Natur und Religion anwesend ist.
Christiane Richter
Bis zum 5. April 2009 in Galerie „Priveekollektie“
Heusden (Maas) Niederlande
Info: (0031) 0416-663234 oder www.priveekollektie.com
Preisindikation: € 850.- bis 8500,-
“Het Financiële Dagblad”, Samstag, den 14. März 2009


